Alanis Morissette-Collage

Alanis Morissette - Ob kurz oder lang findet jeder zu ihr

Der Name Alanis Morissette steht für Treue, für Treue zu sich selbst, zu ihren Fans und zu ihrer Musik. Sie ist inzwischen ein Weltstar - ohne große Allüren, ohne sich selbst und der Öffentlichkeit etwas vorzumachen.
Ihre Musik macht süchtig, vorrausgesetzt man mag Gitarren, eine starke Stimme und Lieder, die gekonnt aus dem Leben erzählen. Ihre Musik ist in der ganzen Welt verbreitet, fast jeder kennt ihren Namen und doch ist ihre Musik etwas Besonderes. Unter der rockigen Verpackung steckt ein ziemlich authentischer Kern, in den sie all ihre Erlebnisse mit ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen verarbeitet.

Es ist schwer, all die Facetten der Alanis Morissette in einen kleinen Bericht zu packen. Sie ist ein vielseitiger Typ und überrascht ihre Fans immer wieder aufs Neue mit ihren verrückten Ideen. Sie hat einen Hang zur Ironie, zur Schauspielerei und manchmal auch zur Provokation. Auf den Juno-Awards 2004 kam sie in einem Bademantel auf die Bühne. Die Bedeutung dieses Auftritts wurde schnell klar, als sie kurz darauf den Mantel öffnete und nur noch in einem hautfarbenen Body-Suit dastand. Mit Brustwarzen und Behaarung inklusive. Doch wofür Janet Jackson in den USA beim Superbowl Empörung erntete, erreichte Alanis bei den Awards in Kanada großes Gelächter. Die Kanadier nahmen`s mit Humor.

Zu so einem Auftritt gehört immer noch ein großes Selbstbewußtsein. Und nach so vielen Jahren Bühnenerfahrung und den Umgang mit den Medien ist Alanis ein großes Stück "gewachsen". Dabei änderte sich nicht nur ihr Innerstes. Auch ihre lange Haarpracht, die das jahrelange Merkenzeichen der Sängerin war, verschwand zwischen den Jahren 2003 und 2004 - um letztlich einer Kurzhaarfrisur zu weichen. Doch auch diese Veränderung blieb nicht von kurzer Dauer. Beziehungen scheitern, Haare wachsen nach oder werden wieder abgeschnitten, so wechselhaft ist das Leben der hier vorgestellten Künstlerin

Aber kommen wir zu ihren Anfängen und ihrer Musik.

Bio- und Diskografie

Alanis Morissette wurde am 1. Juni 1974 in Ottawa, Kanada geboren. Sie gehört damit zum Sternzeichen Zwilling, was sich charakterlich auch gut in ihr wiederspiegelt. Mit 10 Jahren lernte sie Klavier und schrieb eigene Songs. Sie schauspielerte erstmals in der Serie "You Can't Do That On Television". Mit 14 Jahren bekam sie ihren ersten Plattenvertrag und brachte die Single "Fate stay with me" heraus. Mit 17 Jahren gab sie nach der weniger erfolgreichen Single ihr Debutalbum "Alanis" heraus, aus dem man aus heutiger Sicht kaum glaubt, dass es wirklich von Alanis stammt, da ihre Songs denen der heutigen kaum ähneln. 1992 folgte dann das Album "Now is the Time", dass ihrem Debutalbum sehr ähnlich war. Diese Alben brachten noch nicht den Durchbruch.

In Los Angeles lernte sie einen neuen Produzenten namens Glen Ballard kennen. Der nahm mit ihr das Album "Jagged Little Pill" auf, das unter Madonna`s Plattenfirma Maverick 1995 veröffentlicht wurde. Das Album und die veröffentlichten Singles "Ironic", "Head over Feet", "Hand in my Pocket", "You oughta now" und "You learn" wurden ein voller Erfolg für Alanis Morissette. 1996 wurde sie dafür mit Platin mehrfach ausgezeichnet.

Sie tourte um die Welt und trat in etlichen TV-Shows auf.
1998 wurde es dann Zeit für ein neues Album, "Supposed former infatuation junkie". Nach dem durchwachsenen "Jagged little Pill" gab es nun ein eher dunkles und unruhiges Album. Nicht jeder konnte sich damit anfreunden. Doch auch hier gab es ein paar Erfolge. Der größte davon ist wohl der Song "Thank You", eine Ballade mit einem brisanten Video, dass Alanis wenig verhüllt zeigt. Dazu kamen die Singles "Joining You" und "So Pure". Inzwischen bekam ihre Musik jedoch einen eigenwilligen Stil. Und so hatte sie nicht nur durch ihre Haarpracht einen hohen Wiedererkennungswert.

Ein Jahr später, 1999 kam dann das MTV-Unplugged-Album heraus. Drei Singles wurden aus diesem Album veröffentlicht: "That I would be good", "You learn" und Sting`s "King of Pain". Das Album enthielt die Acoustic-Versionen der letzten beiden Alben und dazu noch drei unveröffentlichte Tracks, nämlich "No Pressure over Cappuchino", "These R the Thoughts" und "Princes Familiar". Hier zeigt sich Alanis von ihrer ruhigsten Seite.

Diesmal im Abstand von gut drei Jahren erschien "Under Rug Swept". Dieses Album war anders als seine Vorgänger. Alanis verband den immer noch rockigen Stil mit popigen Sounds und einprägsamen Texten. Ich empfinde dieses Album als wesentlich positiver, es erinnert wenig an den Stil von "Supposed former infatuation junkie". Alanis verpackte Beziehungsprobleme und Illusionen in leichtere Klänge, die auch den letzten Alanis-Gegner gestürzt haben sollten. Das Radio förderte ihre Songs "Hands Clean" und "Precious Illusions". Auffällig ist aber auch das ganze Cover: Leuchtend bunte Farben heben das Album von den eher dunkleren Vorgängern ab. Es war übrigens das letzte Album, das Alanis noch mit ihrer langen Mähne veröffentlichte.

Nach einigen Tourneen, unter anderem Live-Auftritten 2002 und 2003 in Deutschland, bescherte uns Alanis Morissette dann ihr neustes Werk: "So called Chaos". Diesen Titel versteht man plötzlich auf Anhieb, auch das Cover verrät schon Einiges über die Songs des Albums: Alanis lächelndes Gesicht, eine neue Frisur und mehr Selbstbewußtsein. Die Songs sind durchweg von einem glücklichen Menschen geschrieben worden, in ihnen verbindet sie ruhige Balladen mit schnelleren Rocknummern, aber auch Indisches ist zu hören. Am 17. Mai 2004 erschien das Album in Deutschland und löste die angespannten Erwartungen der Fans. Sie hatte zuvor allerdings einige Kostproben ihres neuen Werks gegeben. In den USA, aber auch hier konnte man sie oft in den TV-Shows bewundern: Mit kurzem Schopf stellte sie vor allem ihre Single "Everything" vor. Ein ungewohntes Bild, das zunächst einmal gewöhnungsbedürftig war.

Und noch eine Anmerkung zu ihren Haaren: Die Veränderung ging nicht von heute auf morgen vor sich. Im Jahr 2003 besuchte ich im Juli eines ihrer Konzerte in Köln. Ich hatte mit der aus "Funk und Fernsehen" bekannten langhaarigen Alanis gerechnet. Fehlanzeige. Vor mir (in einiger Entfernung) stand eine Frau, die nur noch gut die Hälfte der Mähne vorzuweisen hatte ;-) Ich war etwas erstaunt, dachte aber nicht im Traum daran, dass das erst der Anfang war. Frau Morissette hielt wohl nichts von "halben" Sachen und schnitt sich die Haare immer mal wieder - Stück für Stück - ab, bis ein fransiger Kurzhaarschnitt dabei herauskam. Doch lange hielt dieser Trend nicht an, wie wir an den obigen Fotos sehen können.

Im Jahre 2005 erschienen auf einen Schlag zwei Alben: Ein "Retro"-Jagges Little Pill-Album, das nur durch den Zusatz "Acoustic" verriet, dass es sich um eine neu eingespielte Akoustic-Version des alten "Jagged Little Pill"-Albums handelte. Ein Feinschliff der alten Songs, die hier etwas ausgeschmückt, trotzdem das Herz jedes Alanis-Fans höher schlagen lassen müßten. Dazu gabs dann kurze Zeit später "The Collection", eine Best Of-Scheibe, die auch die neue Single "Crazy", ein Seal-Cover enthielt. Zudem spielte Alanis auch nochmal einen Song für einen Film ein. Der Soundtrack des Films "Die Chroniken von Narnia", der 2005 in die Kinos kam, enthielt auch einen Song von Alanis namens "Wunderkind"

Mit akzeptabler, rotbrauner Mähne kam Alanis im Juni 2008 mit einem neuen Album zurück. "Flavors of Entanglement" stellt die Welt der Fans erst einmal mit ungewohnten Songs auf den Kopf. Während "So called Chaos" bereits einen deutlich kommerzielleren Touch zu bieten hatte, trotzdessen aber durch eher gewohnte Song-Strukturen seine Käufer fand, bereitet das neue Album den Meisten zunächst Kopfzerbrechen. Hauptsächlich schuld daran ist der neue Produzent und Co-Writter Guy Sigsworth, der bereits elektronische Sounds für Madonna und Björk erfand. Was bei den beiden Sängerinnen ins Konzept passte, wirkt auf Alanis' neues Album jedoch wie ein aufgedrückter elekronischer Stempel, der bei manch einem Song den Zauber ihrer Stimme abmildert oder einfach nur das bestehende Bild der Rockmusikerin verfälscht. Die Single "Underneath" macht da aber noch einen harmlosen Anfang - das Stück klingt ähnlich "radiolike" wie "Everything". Bei manchen Songs scheint Alanis nichts an ihrer alten Kraft, mit der sie bei Konzerten oft über die Bühne wirbelt, verloren zu haben. Gleich mit dem ersten Titel "Citizen of the Planet" setzt sie ein markantes Zeichen für ihre Liebe zur Erde. Und da sind auch die Gitarren wieder, die den Song auf besondere Weise unterstützen. Viele Songs werden jedoch von schnöden, elektronischen Sounds überlagert, so dass ernstgemeinte Appelle und ungeschminkte Lebenserfahrungen kein wirkliches Echo beim Hörer auslösen können. Erst als ich mir die Texte einmal genauer angesehen habe, war ich erstaunt, welche Offenbarungen sie in die Songs gepackt hat. Die Verpackung verrät also in diesem Fall nicht viel über den Inhalt. Auch das poppig-fröhliche "In praise of the vulnerbable man" verdeckt versteckte Sehnsüchte ohne dass man genauer darüber nachdenkt, was die Aussage des Songs sein soll. Doch einen Hang zu verschachtelten Botschaften hatte Alanis Morissette schon immer. Umso authentischer wirken auf dem neuen Album ihre Balladen. Deutlich ist die Verarbeitung ihrer gescheiterten Beziehung zu dem Schauspieler Ryan Reynolds in den Balladen "Tapes" und "Torch" zu hören. Während "Torch" ausdrückt, was Alanis vermisst und wie eine große, von Streichern unterstützte Hymne wirkt, löst "Tapes" eine dunkle Stimmung aus, die von Alanis' schwebender Stimme getragen wird. Zwei wirkliche Ohrwürmer und für mich die einzigen des Albums. Ganz anders dagegen das aufgemotzte "Incomplete" oder "Giggling again for no Reason". Für Freunde von elektronischer Popmusik vielleicht noch erträglich. Auch die Bonus-Cd, die zur "Special Edition" gehört, hat keine großen Sahnestücke zu bieten. "Orchid" und "Madness" bilden da noch die Ausnahme. Abgrundtief ins Genre von Britney Spears oder ähnlichen Künstlern fallen jedoch "Limbo no more" und vor allem der angebliche Spaßsong "On the Tequila". Schon beim ersten Ton dieser unglaublichen Produktion war ich ziemlich geschockt - für mich hört ab da der Spaß deutlich auf. Ansonsten sollte man dem Album noch eine Chance geben, immerhin sind die Texte in den meisten Fällen sehr tiefgehend und es lohnt sich - falls man es versteht - auch zuzuhören. Freuen kann man sich zumindest auch über mehr Klavier-Begleitung, die manche Songs besonders macht. Ob "Flavors of Entanglement" eine neue Ära von Musik einläutet ist noch ungewiss. Hoffen wir, dass sich der Wind bei Alanis wie so oft wieder dreht. Live hat sie bei der diesjährigen Tour jedoch wieder bewiesen, dass sie noch ganz "die Alte" ist.

Schauspieltalent

Doch Alanis Morissette ist nicht nur eine gute Songwriterin und Sängerin. Sie hat auch Schauspieltalent, dass sie bereits 1999 in dem Film "Dogma" bewiesen hat. Dort durfte sie Gott spielen. Für diesen Film schrieb sie den Song "Still". Im Jahre 2005 gab es einen neuen Film mit Alanis, in dem sie nicht nur singt sondern auch tanzt in "De Lovely". Infos zu diesem Film bekommt ihr über die u.a. gegebenen Links.

Weitere Links:

Das Alanisworld-Forum.
Hier erfahrt ihr immer das Neueste über Alanis und könnt auch ruhig mal mitdiskutieren.

Ein De Lovely-Trailer für den Quicktime-Player.

Weitere Links auf meiner Links-Seite

Mein Fan-T-Shirt, dass ich hier auf meiner Hompage ausstelle.



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Zuletzt aktualisiert am 17.08.2008
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