Frühjahrsäquinox/Ostara - Das Fest des Frühlingsanfangs

Jetzt beginnt die Zeit
in der Pläne Form annehmen
und wir erwachen mit der Natur
zu einem neuen Kreislauf des Lebens.

von Ilonka

Wir befinden uns jetzt in der Halbzeit - die Frühjahrsäquinox bedeutet, das Tag und Nacht genau gleich lang sind. Dies ist die Paralle zur Herbstäquinox, die am 21. September stattfindet.

Ostara-Fensterbild von Ilonka NormannAm 21. März, am Ostara-Tag hat der Frühling endlich über den Winter gesiegt. Bis auf die schneereichen Gebiete in den Bergen und den kalten Stürmen an der Küste kann man sich an wohlig-warmen Temperaturen, aber natürlich auch fruchtbarem Regen freuen. Die Sonne hat jetzt wieder große Kraft, die für den ersten Sonnenbrand reichen kann. Unser Körper ist noch nicht auf die warmen Temperaturen und die sich schnell verändernde Umwelt eingestellt. Ein weiteres, zunehmendes Problem in dieser (Jahres-)Zeit ist der beginnende Pollenflug, mit dem ich selbst seit Jahren Probleme habe.

Trotz aller Umstellung leben wir wie alles andere um uns herum völlig auf. Die ersten Frühlingsblumen, das Vogelkonzert am Morgen und die laue Frühlingsluft zieht uns raus in die Natur. Emotionen verändern sich, Winterdepressionen verschwinden. Es ist die Zeit, Wünsche und Pläne nun endlich in die Tat umzusetzen. Berufliche Veränderung, Urlaubspläne, Ausflusgziele, Umgestaltung der Wohnung oder die üblichen Arbeiten im Garten - all das und mehr beschäftigt uns jetzt. Wir werden gefordert und fordern uns selbst.

Seit Imbolc ist nun einige Zeit vergangen und bei so manchem haben sich vielleicht schon einige Dinge verändert. Nun gehen wir noch einen Schritt weiter und korregieren unsere Fehler, danken unseren Gottheiten für den Reichtum der Natur und die Gaben, die wir bis jetzt erhalten haben.

Natürlich ist klar, das Ostara das eigentliche Osterfest ist, dass wir meist ein paar Tage oder eine Woche später feiern. Das Fruchtbarkeitsfest, das auch ein Mondfest ist, ist voller Symbole, die wir heute z.B. als Osterlamm, Osterhasen und Ostereier kennen. Das Osterlamm ist eher ein christliches Symbol, während Hase und Ei deutlich für die Fruchtbarkeit stehen. Diese Fruchtbarkeit an Ostara war für die Bauern von hoher Bedeutung, da zu diesem Zeitpunkt die Aussaat begann und man die Felder segnen und um entsprechendes Wetter bitten wollte. Jetzt ist auch für uns die Zeit der "Aussaat" für den Boden, den wir im Mittwinter vorbereitet haben.

In der Geschichte kennt man Ostara als Frühlingsfest der sächsischen Göttin Eostra und der germanischen Göttin Ostara, die natürlich eine ähnliche Bedeutung haben. Sie stehen uns also auch bei unseren Ritualen bei. Weitere Namen, die mit Ostara in Verbindung stehen, begegnen uns in der Gegend der Externsteine - wie zum Beispiel die Ortsnamen "Osterholz" und "Osterhagen". Am sogenannten Osterberg lässt man noch heute große brennende Räder mit vier Speichen herunterrollen. Dieses alte Sonnensymbol begegnet uns auch in der Tradition der Sommersonnenwende. Wenn wir mit dem Wetter Glück haben, so können wir dieses als erstes Jahreskreisfest draussen feiern. Dazu ist ein freier Platz mit einem kleinen Feuer nach alter Tradition ausreichend.

Die Gestaltung des Altars und des Ritualsplatzes stehen dabei ganz unter dem Zeichen des Frühlings. Blumen und Zweige aller Art, bunte Bänder und Kerzen in den Farben grün, gelb, rosa und blasslila stimmen uns auf das Fest ein. Zum Räuchern sind frische oder getrocknete Kräuter angesagt, z.B. der reinigende Salbei oder Rosmarin. Unser Stab wird mit gelben Bändern geschmückt und mit Narzissen, Jasmin oder anderen Frühlingsblumen geschmückt. Da der Name Ostara auch mit der alten Bezeichnung "Ostra" verglichen wird, ist die im Osten aufgehende Sonne unser Ziel. Das heisst, dass wir uns nach Osten ausrichten und dem Element Luft zugeordnet sind.

Das Thema Fruchtbarkeit bezieht sich jedoch nicht nur auf den Kinderwunsch. Unsere "Kinder" sind auch Gedanken, Wünsche, Hoffnungen und Pläne. Diese gilt es zu festigen, zu überdenken, auszuführen und um Beistand, Kraft, Durchhaltevermögen und auch Geduld zu bitten. Die Unterstützung der Göttin ist ein wichtiger Bestandteils des Rituals. Wir sollten in der Lage sein, alles andere auszuschalten, um uns auf diese Bitte und den Beistand zu konzentrieren. Wir sollten spüren, was richtig für uns ist und allein unserem Gefühl vertrauen, dass uns mit der angerufenen Gottheit verbinden. Die Antwort auf Fragen kann uns nur in diesem Zustand gegeben werden.

Alles was zur Zeit bereits geerntet werden kann oder was der Markt an frischem Gemüse hergibt, sollte zu Ostara auf den Tisch kommen. Im Gegensatz zu Fischgerichten am christlichen Kafreitag und den üppigen Ostermenüs an den Feiertagen ist an unserem heidnischen Feiertag leichte, gesunde Kost angesagt. Salate mit Sprossen sowie einfache Gemüsegerichte bauen den Körper auf und bringen uns neue Kraft. Trotz allem sind natürlich auch Eiergerichte traditionell sowie Kuchen und Waffeln.

Quellen:
"Der alte Pfad" von Vicky Gabriel (Arun-Verlag)
"Das große Praxisbuch der weißen Magie" von Ansha (Ludwig Verlag).
"Das geheime Wissen der Hexen" von Marian Green (Knaur MensSana-Verlag)
"Weiße Magie" von Eric Pier Sperandio (Arkana/Goldmann-Verlag)



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Zuletzt aktualisiert am 17.03.2006
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