Lammas - Zwischen Sommerhitze und den frühen Erntetagen

Mit dem Lammasfest werden seit alten Zeiten
die Fülle und der Reichtum der Natur gefeiert,
die uns Menschen mit
allem Lebenswichtigem versorgt.

aus: Thea - "Hexenwissen"

Am 2. August feiern wir Lammas. Mitten im Hochsommer, wenn wir (meistens) unter hohen Temperaturen schwitzen, finden die ersten Erntefeste statt. Die Natur steht in ihrer vollen Blüte und schenkt uns ihre reifen Früchte. Früher nannte man Lammas auch das Schnitterfest, das begangen wurde, nachdem das erste Korn geerntet wurde.Lammas-Fensterbild

In dieser Zeit gehen wir in der Regel alles etwas langsamer an. Es ist Urlaubs- und Ferienzeit und somit auch die Zeit des Faulenzens und der Gelassenheit. Andererseits gehen wir mehr als zu anderen Zeiten in die Natur - ans Meer, in die Berge oder in die Wälder. Nachts lauschen wir dem Zirpen der Grillen und schlafen bei offenem Fenster - bis uns am Morgen die ersten Vögel wecken. Alle diese nahe Verbundheit zur Natur bringt uns den Elementen und somit auch den Göttern näher.

Somit ist auch das Lammasfest kein lautes und ausschweifendes Fest. Selbst auf Reisen können wir durch gezieltes Entspannen zu uns finden. Dabei zählt diesmal weniger die Vorbereitung, es genügen wenige Mittel, um Lammas feierlich zu begehen. Da dieses Fest außschließlich der Göttin Habondias, Göttin des Reichtums und des Überflusses gewidmet ist, steht hierbei auch die Farbe Grün im Vordergrund. Somit wäre grüne Kleidung, ein grüner Schal, grüne Kerzen oder/und eine grüne Altardecke angebracht. Gold ist ebenfalls eine Farbe, die uns zum Glück verhelfen kann. Nützlich sind alle Gegenstände und Fundstücke aus der Natur, die etwas mit der Ernte zu tun haben, geeignet. Dazu zählen Ähren, Mohnblumen, Kornblumen, Margeriten sowie Gebackenes aus Korn (Symbolgebäck), Kuchen, Brot und Keckse. Diese dienen auch als Opfergaben für ihr Anliegen.

Unter Wicca-Gläubigen gibt es auch den Aspekt der zu dieser Zeit bereits schwangeren Göttin. Wir sehen in ihr die Verkörperung von Fruchtbarkeit und Hoffnung. Da sie sich an Beltane mit dem Gott Bel (es gibt auch zahlreiche andere Namen) vereint, gebiert sie zur Wintersonnenwende ein Kind und durchläuft also die wichtige Phase der Schwangerschaft mitten in der Erntezeit. Ich habe versucht, dies auf dem Fensterbild darzustellen, dort sieht man nicht nur die schwangere Göttin sondern auch gleichzeitig die arbeitende Bauersfrau mit der Sense in der Hand, die sich auf dem Feld ans Werk macht. Auch die Arbeit, das Einholen der ersten Ernte steht bei Lammas oder "Schnitterin", wie es auch genannt wird, im Vordergrund.

An Lammas zählen vor allem die finanziellen Wünsche und die zur Förderung der Karriere. Doch nicht nur das Geld selbst, auch die finanzielle Sicherheit und das Wohlergehen der Familie finden hier ganz besonders Gehör. Alternativ kann man auch Sonnengötter anrufen und noch jemand hilft bei ihren Wünschen - die Katzengestalt. Da Katzen die Schädlinge des Korns fressen, sind sie gut geeignet, um auch unsere Anliegen von Problemen zu befreien. Dies sei symbolisch gemeint und heißt nicht, dass man sich deswegen eine Katze anschaffen oder gar fangen sollte. Es reicht ein Katzenstatur oder ein Amulett. Und genau dafür ist auch die ägyptische Katzengöttin Bastet richtig, die Misserfolge abwenden kann. Doch Erfolge heißen auch Opfer und welche diejenigen sind, dass muß jeder für sich selbst herausbekommen.

Was uns in dieser Zeit oft deutlich bewußt wird ist das Wasser als lebensspendendes und notwendiges Element in unserer Nahrungskette. Das Element Wasser wird auch deshalb mit der Erntezeit in Verbindung gebracht, weil es das fehlende Element ist, dass für gutes Heranwachsen der Pflanzen sorgt und somit auch eine gute Ernte fördern kann. Klar, dass zuviel des Guten auch Schaden anrichten kann. Jedoch sorgt gerade in den letzten Jahren die Klimaerwärmung und damit hohe Temperaturen für Brandschäden des Korns und einiger Früchte und damit Ernteeinbußen bei den Bauern. Oft fehlt die notwendige Menge Wasser um zu retten, was für uns lebensnotwendig ist. Doch nicht nur in der Landwirtschaft, nein auch bei uns zu Hause ist Wasser lebensnotwendig - zum Trinken, Kochen, Duschen und Putzen. Ohne Wasser wären wir nicht existent, bestehen wir doch selbst zu einem Großteil aus dieser Flüssigkeit. Es ist also auch an der Zeit, über dieses wertvolle Element nachzudenken, es sinnvoll zu nutzen und für dessen Reservoirs auf der Erde zu danken.

Lammas ist ein typisches Hexen- und Bauernfest. Bei traditionellen Hexen wird es aufwendiger zelebriert, vor allem in großen Gruppen. Ein geeigenter Platz in der Natur, schön wäre nahe einem Kornacker oder auf abgemähtem Feld, aber auch Waldlichtungen wären ideal. Danach wird ein Kreis gezogen, den an jeder Himmelrichtung eine Kerze markiert, dazu ein Altar zum Osten hin ausgerichtet, sowie zwei weiße Altarkerzen und eine grüne Kerze.

Wichtig ist, umgebende Einflüsse in der Natur gezielt wahrzunehmen, Träume zu deuten und sich seinen Zielen bewußt zu werden. Lammas ist also auch ein Ausstieg aus dem normalen Alltag, ein Ausflug in die Zeit des Ertrages und der Ernte, die uns vielleicht noch bevorstehen. Wie auch immer ihr das Fest feiern wollt, versucht, den Abend so harmonisch wie möglich zu gestalten und vergeßt nicht eurer Gottheit für all die reichen Geschenke dieses Jahres zu danken.

"Hexenwissen" von Thea
"Das große Praxisbuch der weißen Magie" von Ansha.
Beides erschienen im Ludwig-Verlag.

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Zuletzt aktualisiert am 31.07.2006
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