Und SIE sah, dass es gut war....

Einige werden bei dieser Überschrift schon stutzig und werden sich vielleicht wundern, warum das übliche "ER" gegen ein "SIE" ausgetauscht wurde. Willkommen in einer Welt, in der die Göttin das Sagen hat. Nicht, dass wir keine männliche Gottheiten kennen und schätzen, aber als Frau erscheint es mir ganz natürlich, mich eher an eine weibliche Gottheit zu wenden, als eine Männliche. Inspiriert von den alten Muttergöttinnen-Kulten, von denen man heute auf Malta noch Überreste findet, steht diese Form von naturnaher Glaubensrichtung sehr gegensätzlich zu unseren heute weitverbreiteten, patriachalischen Religionen.

Seit das Streben nach Gleichberechtigung und Emanzipation von Frauen in den letzten Jahrzehnten die Gesellschaft weitgehend verändert hat, haben sich neue, oder sagen wir mal alte matriachalische Strömungen in einem neuen Gesicht weit verbreitet. Und während viele Frauen ihren Platz in diesen naturreligiösen Strömungen gefunden haben, werden auch immer mehr Männer von solchen offenen Lebensphilosophien angezogen.

Heute findet man zu diesem Thema unheimlich viel. Ob Druidentum oder Schamanismus, Kulte aus verschiedenen Epochen (z. B. Diana oder Demeter) und Ländern, Wicca, neuheidnische Strömungen, keltische und germanische Götterwelten, Elemente aus Naturreligionen aus aller Welt, alte bäuerliche Traditionen und jede Menge "Werkzeug" sowie Bücher aus der Esoterikwelt. Der Begriff "Esoterik" stammt aus dem Griechischen und kennzeichnete ursprünglich eine Philosophie, die nur für einen bestimmten Personenkreis zugänglich war. Man verbindet aber heutzutage so ziemlich alles mit diesem Begriff, was mit spirituellen Praktiken und Lehren zu tun hat - dementsprechend steht auch alles Mögliche und Unmögliche in den Regalen der Esoterikläden. Es ist somit für viele schwer, die richtigen Themen und Bücher zu finden. Zudem die Naturreligion nun mal keine Einheitsreligion mit aufgesetzten Regeln und festen Institutionen ist, in der alle das Gleiche glauben und praktizieren. Im Allgemeinen reicht uns die Natur als Raum des zur Ruhe kommens, für Rituale und zur Kommunikation.

Sich öffentlich zu einer solchen Lebensweise zu bekennen, bedeutet ein ständiger Balanceakt zwischen Anonymität und gesellschaftlicher Akzeptanz. Den Mut zu haben, sich z. B. öffentlich als Hexe zu bezeichnen und von seinen Erlebnissen zu erzählen, wird oftmals durch unsere vorurteilbehaftete Gesellschaft unterbunden. Es kommt dann nicht selten vor, dass man zusammen mit anderen "komischen" Menschen in die Schublade "Esoterischer Spinner", "Bibi Blockberg" oder "Teufelsanbeter/in" geschoben wird. Um genau dies zu verhindern, ist der Mut zur Offenheit mit der Botschaft, dass auch naturreligiöse Menschen im Grunde ein stinknormales Leben führen, viel gesellschaftskongruenter als Kommerzhexen und kommerzielle Kartenleger, die sich - in klischeehaften Gewändern in Fernsehdokumentationen und Sendungen tummelnd - lächerlich machen.

Seitdem ich mich als Hexe fühle, habe ich mich bereits mit einigen Themen beschäftigt. Anfänglich gab es noch nicht allzu viel Interessantes in den Bücherregalen und so mancher Fehlkauf landete vor kurzem irgendwo im öffentlichen Bücherschrank. Mit der Zeit probiert man immer wieder Neues aus, kommt aber meist auf das zurück, bei dem man bereits anfänglich den richtigen Riecher hatte. Bei mir ist es das Tarot als Medium von Befragungen und vieles, was mit Bildern und Visionen zu tun hat. Bilder von Symbolen und Gottheiten verwende ich ebenfalls, um meine Anliegen in Ritualen zu verstärken, auch hier spielen Kunst und Kreativität eine große Rolle. Innerhalb der Jahreskreisfeste verarbeite ich aktuelle Themen und werfe einen Blick auf das Geschehen in der Natur und meiner Umwelt, halte für einen Moment inne und überlege dann, wo ich stehe und welchen Weg ich weitergehe. Diese Rituale begehe ich in der Regel zusammen mit meiner Freundin, die mit mir auf einer Welle liegt, und mit der ich meine Erlebnisse und Erfahrungen teile. Auch mit Menschen, die einen ähnlichen Weg gehen, habe ich bereits einige Erfahrungen gesammelt. Die unterschiedlichsten Sichtweisen und Richtungen begegnen einem auf Stammtischen, gemeinsamen Ritualen und natürlich im Internet. Wo und ob man sich in bestimmten Gruppen oder Coven (Hexenzirkel) zu Hause fühlt, oder den Weg lieber alleine geht, das wird jeder für sich selbst herausfinden. Ich habe gelernt, dass ich mich in kleineren Gruppen wohler fühle, mit Menschen, die ich gut kenne.

Inzwischen sind immer wieder Kontakte durch diese Rubrik auf meiner Homepage zu stande gekommen: Manche Neulinge, die Fragen haben, manche Menschen, die Kontakt suchen und allerhand Besucher, die sich mit diesen Themen ebenso identifzieren wie ich. Die Offenheit, die mir inzwischen entgegenkommt, macht es mir leichter, auch diesen Teil meiner Persönlichkeit in einen möglichst neutralen Rahmen zu stellen. Und wer mag, kann sich nun auch die anderen Themen dieser Rubrik anschauen. Viel Spaß!



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Zuletzt aktualisiert am 05.07.2009
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