1.2.1 Berichte von Cornelius Tacitus

Auszüge aus der "Germania"

Cornelius Tacitus war ein römischer Schriftsteller und Historiker, der sich viel mit den Germanen beschäftigt hat. Er wurde schätzungsweise 55. n. Chr. geboren, gestorben ist er vermutlich zwischen 117 und 120 n. Chr. Als erstes schrieb er über seinen Schwiegervater, Julius Agricola, was aber mit den Germanen wenig zu tun hatte. Das wichtigste Werk, dass er über die Germanen verfasst hat, ist die "Germania".

Die Germania enthält eine Sammlung von Berichten über das germanische Volk. Sie beginnt mit den Grenzen Germaniens, erzählt über die Kriegsführung, den Familienzusammenhalt, der Religion und all ihre Gebräuche.
Tacitus erzählt dabei die Dinge völlig aus seiner eigenen römischen Sicht mit einem deutlichen Unverständnis für die germanischen Sitten. Er setzt natürlich auch gewisse religiöse Gottheiten und Opferdarbringungen mit den seinen gleich. Das Ganze ist nicht etwa nur eine sachliche Berichterstattung, sondern eher eine persönliche Beobachtung, die sich nicht immer an wahre Begebenheiten hält. Tacitus verschönt oder verfärbt den Alltag der Germanen und stellt sie oft kampfsüchtig und derb da.

Unter dem Kapitel "Götter und religiöse Gebräuche" beschreibt Tacitus die germanische Religion aus seiner Sicht.
Als erstes nennt er den Gott Wodan, der bei den Römern mit dem Merkur gleichgesetzt wird. Er behauptet, dass die Germanen ihrem Gott auch Menschenopfer darbringen würden. Den anderen Göttern und Göttinnen wurden Tieropfer dargebracht.Tacitus beschreibt in seinen Schriften auch, dass das Volk der Sueben die Göttin Isis angebetet hätten. Er stellt fest, dass die Germanen sich keiner Tempel bedienen, um zu ihren Göttern Kontakt aufzunehmen. Sie weihen ihre Haine und bestimmte Plätze in der Natur.

Tacitus beschreibt die Herstellung und Benutzung von Runen. Die Herstellung der Runen aus Gehölzen von Obstbäumen war also damals schon bekannt. Die Runen werden über ein weißes Tuch geworfen und der Priester deutet diese. Bevor er das aber tut, betet er zu den Göttern. Stehen die Zeichen schlecht, so werden am gleichen Tag keine Orakel mehr vorgenommen. Auch das Verhalten der Tiere wird studiert und gedeutet. Heute würden wir diese Tiere als Krafttiere bezeichnen, und besonders Vögel und Pferde spielten bei den Germanen eine große Rolle.

Die Pferde hielt man in den Wäldern und spannte sie vor die Wagen der Priester. Sie wurden hierbei nicht nur als Nutztiere angesehen, sondern stellten ein Medium dar zwischen dem Volk und den Göttern. Bestimmte Verhaltensweisen wurden dann auf bestimmte Situationen umgedeutet. Sogar gefangene Soldaten wurden im Zweikampf gestellt und der Sieg des einen oder anderen hatte Bedeutung für den Ausgang eines Krieges.

Weitere Themen der Germania sind das "politische Leben der Germanen", "Dörfer und Wohnsitze", "Kleidung", "Ehe und Familie" und "die Stämme der Germanen".



Zurück zum Inhaltsverzeichnis Geschichte

Zurück zur Startseite


www.bonnensia.de


Zuletzt aktualisiert am 08.01.2004
Copyright © 2003-2004 by Ilonka Normann