1.1 Unterteilung der germanischen Stämme

Ost-, West- und Nordgermanen

Im Allgemeinen lebten die Germanen im südlichen Skandinavien und auf den Ostseeinseln.

Die Nordgermanen (Schweden, Norweger, Dänen, Färinger und Isländer) sind sozusagen die heutigen Skandinavier und als nördlichste Gruppe derer gelten die Isländer, bei denen die Kultur heute noch weitgehend erhalten ist.

Die Ostgermanen (Wandalen, Burgunder, Ost- und Westgoten) waren in Osteuropa zu finden. Sie hielten sich in der nahe der Halbinsel Krim auf. Bei der Völkerwanderung drangen die Stämme in den Mittelmeerraum ein. Dort siedelten sie sich im Imperium Romanum an. Sie blieben dort in den nördlichen Regionen (Italien). Die Westgoten, die zum ostgermanischen Volk gehörten, hielten sich eine zeitlang im Balkan auf und plünderten 410 die Stadt Rom.
Mit der römischen Kaiserschwester Galla Placidia im Schlepptau (der Anführer Athaulf heiratete sie) ging es von Italien nach Südfrankreich und von dort aus letztlich nach Nordspanien, wo die Westgoten auf dem Boden der drei spanischen Provinzen Roms im heutigen Galicien und Nord-Portugal ein westgotisches Reich gründeten. Die Wandalen setzten von Spanien nach Afrika hinüber und gründeten in den römischen Provinzen Afrika und Maghreb, sowie auf den Balearen, Korsika und Sizillien ein eigenes Staatswesen. Auch sie plünderten Rom. Die dritte ostgermanische Invasion in Italien fand 493 durch die Ostgoten statt. Dabei wählten sie die Stadt Ravenna als Hauptstadt. Die Römer bereiteten dem jedoch im Westteil der Gotenherrschaft ein totales Ende.
Die Burgunder waren als einzige in Mitteleuropa geblieben, lebten zuerst im Jahre 406 am Mittelrhein und wurden 436 von den Hunnen vertrieben. Danach wurden sie in Burgund, Frankreich ansässig.

Die Westgermanen (Angelsachsen (Engländer), Alemannen, Angeln, Franken und Sachsen) kommen dem heutigen deutschen Volk am Nächsten. Der westgerm. Bezirk erstreckte sich von Friesland bis in den Süden Österreichs.
Die sogenannten Langobarden zogen über die Alpen nach Italien und lösten das inzwischen vernichtete ostgotische Reich ab. Sie lebten dort bis in Hochmittelalter. Die Angeln und Sachsen setzten mit ihren Schiffen im Jahre 449 von Holstein aus nach Britannien, die als keltisch-römische Provinz galt. So wurde aus den Angeln und Sachsen die Angelsachsen, nämlich die heutigen Engländer, die ihren Ursitz in Bad Bramstedt bei Hamburg haben.

Ende des weströmischen Reiches durch die Germanen

Die verschiedensten germanischen Völker haben fast das ganze heutige Europa bevölkert und auf ihren Wanderungen etliche Länder und Städte erobert.
Doch das wachsende römische Imperium hatte bald die Macht über Europa zurückgewonnen und ließ mit einer klugen Taktik vielerorts germanische Krieger integrieren. In den römischen Heeren kämpften zahlreiche Germanen, sogar im Kampf gegen die Allemanen, im Jahre 375. Somit waren sie anfangs "loyale Helfer Roms", die sich gegen ihre eigenen Landsleute erhoben. Doch der vermeintliche Siegeszug der Römer über die Germanen währte nicht lange. Die Germanen waren den Römern ohnehin kräftemäßig überlegen, konnten aber zunächst mit dem Intellekt der römischen Herrscher nicht mithalten.
Dann, im Jahre 439 erhob sich der römische Feldherr Odoakar, der eigentlich ein Germane war, gegen den letzten Kaiser Roms, Romulus Augustus. Odoakar übernahm die Herrschaft Roms und setzte dem weströmischen Reich ein Ende.



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Zuletzt aktualisiert am 10.12.2003
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