1.2.2 Die Edda und ihre Bedeutung

Die Edda und ihre Bedeutung

Die Edda erzählt von Anfang bis zum Ende des Götterreiches. Die Entstehung der verschiedenen Welten in Asgard (=Welt der Götter), Utgard (=Welt der Zwergen und Riesen) und Mitgard (=Welt der Menschen). Die Urzeit der Erde ist eine undefinierte Welt, die Götter sind nicht die Erschaffer, sie werden erst geboren. Ein Riese, das Urwesen Ymir macht den Anfang und "gebärt" einen Mann, eine Frau und ein Kind.
Zusätzlich gab es aber auch eine Urkuh, die den Urvater der Götter gebar. Er und die Tochter des Riesen heirateten gebaren die ersten Götter Odin und seine Brüder Vili und Vè.
Ymir wurde von den Göttern getötet und aus seinem Leib bauten sie die drei Welten. Diese Erzählung wirkt ziemlich skurril und lässt doch erkennen, dass die Menschen den Ursprung in menschenähnlichen Wesen vermuteten. Es erklärt die alte Regel, dass aus dem Tod wieder neues Leben entsteht. In diesem Fall ist der Tod willkürlich durch Mord entstanden und nimmt damit schon einen schlechten Anfang für die Götter.

Die Asen-Götter haben verschiedene Aufgaben, sie beobachten nicht nur die Welten, sondern greifen auch aktiv in Geschehnisse ein. Dabei verursachen sie Positives und Negatives. Später kommen die Vanen-Götter dazu und wohnen in Asgard.
Als einer der Riesen, der von den Göttern zunächst sehr große Beachtung bekommt, wird Loki ebenfalls in Asgard aufgenommen. Mit der Zeit stellt sich jedoch heraus, dass Loki der größte Wiedersacher der Götter ist. Er schmiedet immer wieder Pläne gegen die Götter und zeugt letztlich sogar die drei Weltfeinde.
Die drei Weltfeinde sind: Die Midgardschlange, die die Welten umgibt, der Fenriswolf und der Drache Nidhögg. Diese drei Untiere, samt dem rachesüchtigen Loki leiten schließlich den Untergang der Welt ein und vernichten die Götter. Thor, Odin und seine Söhne Vidar und Vali kommen in dem erbitterten Endkampf um. Zurück bleiben die Nachkommen Odins und Friggs, die sich in Asgard Schutz suchten. Balder und Höd, Odins Söhne, die unverschuldet in der Hel gelandet sind, kehren zurück und bauen eine neue Welt. Dieser Untergang der Götter liest sich ähnlich, wenn auch weniger symbolisch wie die Offenbahrung in der Bibel.

Díe Edda zeigt all die verschiedenen Facetten der Götterwelt, in der Mann und Frau gleichgestellt sind und zusammen herrschen. Sie zeigt die Schwächen und Stärken und auch, dass Götter nicht unsterblich und unfehlbar sind. Odin ist das Haupt der Götter und Beschützer der Menschen, er ist nicht das Bild eines rachesüchtigen Gottes, der meilenweit über den Menschen steht und Fehltritte bestraft. Er ist aber auch nicht der milde und und für Ausgleich sorgende Herrscher. Auch er zettelt Kriege an und begeht Fehler. Thor, sein Sohn ist sehr beliebt bei den Menschen und verleiht allem, was er tut eine große Autorität. Er hat aber auch oft eine unkontrollierbare Agressivität, die er mit der Zeit immer mehr ablegt. Die Edda zeigt uns auch, dass nicht alle Pläne aufgehen, dass sich Dinge ins Gegenteil verkehren und dass das Böse ein Teil des Menschen ist. Die Edda ist jedoch kein Buch, das man als Glaubensvorlage benutzen kann, sie ist eher ein Buch, das uns durch Fabeln alltägliche Geschehnisse anschaulicher macht und uns auf die Vielfalt in unserer Welt aufmerksam macht. Es gibt also kein Fazit, kein einheitlicher Glauben an einen Gott und kein Unterscheiden von Gut und Böse. Das sind die Vorstellungen, die unsere Vorfahren hatten.

Aber lest selbst!

Die wichtigsten Gottheiten mit ihren Wohnsitzen aus der Edda sind:

Quellen: Germanische Götter- und Heldensagen - neu erzählt von Reiner Tetzner,
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Zuletzt aktualisiert am 17.12.2003
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