Blickpunkt

Hier soll eine wechselnde Kolumne erscheinen, die sich einem oder mehreren Themen widmet, die mich zur Zeit beschäftigen. Das können aktuelle Ereignisse sein, aber auch meine Hobbies und private Anlässe. So manch einer hat sein Tagebuch (auch online) und so habe ich mir überlegt, meine Gedanken, die mir wichtig erscheinen, aufzuschreiben und das, was ich davon für sinnig halte, hier online zu stellen. Bei längerer Abwesenheit oder Kreativitätsmangel kann es allerdings sein, dass ich diese Seite nicht immer aktualisieren kann.

Ich hoffe jedoch, dass es eine interessante kleine Schreibecke wird und dass die Besucher Spaß daran haben, vielleicht auch den einen oder anderen Beitrag zu einem Thema zu leisten.

Man muß nicht alles bierernst nehmen, was in dieser Rubrik so steht, aber ich denke es leistet einen guten Beitrag zur vielseitigen Bonnensia-Page.

Datum: 30.12.2008

Mein Jahresrückblick 2008

Auch in diesem Jahr habe ich viel, worauf ich zurückblicken kann. So manches ist zu Ende gegangen, Neues wurde begonnen und so Manches wurde wiederbelebt oder verfestigt. Viele unglaubliche Dinge sind geschehen, von denen ich mir nie hätte träumen lassen, dass sie passieren und dass sie mich so mitreißen. Längst ist mein Leben erfüllt mit einer Menge mehr Kreativität und Lebensfreude. Trotz all den anderen Dingen, die ich für mein Studium und meinen Lebensunterhalt erfüllen muss, klinke ich mich oft genug raus aus dem Alltagsraster.

Aber fangen wir mal von vorne an. 2008 war definitiv für mich ein Jahr der großen Entscheidungen. Im Januar blieben mir bis zur Prüfung des Fachabiturs nur noch ein paar Monate. Bis dahin hatte ich die ersten Hürden ja schon genommen. Die Winterferien waren ein kurze Atempause. Hauptsächlich in dieser Zeit entstand das Wallis-Seidentuch, das sie im Frühjahr diesen Jahres erhielt. Doch auch in der Schule gab es noch Möglichkeiten zur Kreativität. Zusammen mit meiner Klassenlehrerin gestalteten wir Räume in der Schule durch neue Wandfarben. Für den Computerraum malte ich binnen weniger Stunden ein Trojanisches Pferd nach der Vorlage des Pferdes aus dem bekannten Film "Troja". Später durften wir auch einen Flur der Schule mit Bildern verschönern.

Nach den ausgefüllten Wochenenden trat ich mal wieder die Flucht vor dem Karneval im Rheinland an. Ziel war Leipzig, der Wohnort meiner Freundin Julia. Zum wahrscheinlich letzten Mal konnte ich somit nochmal für ein paar Tage in der WG Ruhe vor dem Trubel genießen. Obwohl - so ganz funktioniert das in Leipzig inzwischen auch nicht mehr. Auf den öffentlichen Plätzen bekam ich einen kleinen Karnevalsumzug mit - eine harmlose Variante von belustigten Leipzigern, die sich sichtlich an "westlichen Sitten" erfreuten. Ein Umzug mit Kamelle, Helau und - so wie ich es beobachten konnte - auch fast ohne Komasaufen. Der Rest meines kurzen Aufenthaltes fand überwiegend in Museen, Geschäften, einem Treffen der Schreibratten und einem netten Geburtstag eines Kumpels statt.

Das Lichtmess-Fest feierte ich im Februar dann nach. Nachdem ich an der Wintersonnenwende noch zusammen mit meiner Freundin gefeiert hatte, waren wir nun wieder zu dritt. Eine weitere Freundin hatte sich entschieden, sich uns anzuschließen. Das Fest war ein lang ausgedehntes Fest, das uns allen Gelegenheit gab, den Winter mit jede Menge Lärm zu vertreiben, uns jedoch auch auf unsere inneren Wünsche und Gedanken zu konzentrieren. Die Zeit bis zu den Osterferien ging rasend schnell vorbei, denn sie war mit vielen Klausuren und neuen Themen gefüllt. Das Ostara-Fest wurde somit auch verfrüht, aber an einem warmen Frühlingstag, der zunächst der Einzige bleiben sollte, gefeiert. In den Wäldern des Ennert feierten wir ein schönes Fest, unter dem Mond, erfüllt von der Kraft des Wachsens und der Erneuerung.

In den Osterferien selbst war ich mal wieder von Schulaufgaben überhäuft. Doch in dieser Zeit lernte ich noch ein wenig mehr über mich selbst und die Welt. Eine meiner "Hausaufgaben" stellte eine kleine Hausarbeit über Tibet dar. Und da ich mich schon immer eingehender mit diesem Land beschäftigen wollte, erfuhr ich eine ganze Menge über die Kultur, Religion und die Probleme, die sich vor allem durch die Herrschaft Chinas ergeben. Zufälligerweise kam es gerade in dieser Zeit zu den bekannten Demonstrationen im Land, die ich durch die Nachrichten aufmerksam verfolgte. Hier wurde noch einmal deutlich, welch hartes Regiment hier herrschte und welche Unzufriedenheit und Unterdrückung in einem Land entstehen kann, das einige Jahrhunderte lang frei und friedlich war. Wie wir alle wissen, gab es letztlich dann aber keinen Boykott der Olympiade in China. Vergessen sind die Zustände in Tibet deshalb noch lange nicht.

Nun wurde es langsam ernst. Es blieben nur noch wenige Wochen bis zur Prüfung, Anfang Mai. Die letzten Klausuren wurden geschrieben und ich lernte insgesamt ca. 500 Vokabeln allein für die Englisch-Prüfung. Natürlich machte mir die Mathematik mal wieder Sorgen. Viele der geforderten Prüfungsaufgaben wollten einfach nicht in meinen Kopf. Doch dank der Hilfe meiner Freundin Doris habe ich auch diese Hürden irgendwie genommen. Die Prüfungen kamen und meine Hand war ganz gebeutelt vom vielen Schreiben. Am Tag der Mathe-Prüfung lagen dann auch meine Nerven blank. Doch ich hatte Glück und bewahrte mich trotz krummer Ergebnisse vor der mündlichen Prüfung. Die insgesamt gut ausgefallene Prüfung war dann der Lohn für viele Monate Arbeit.

So wurde die zweite Mai-Hälfte dann auch zur Erholung genutzt. Kurz vor meinem Geburtstag kam Wallis Bird wieder nach Deutschland, genaugenommen spielte sie am 14. Mai in Münster. Dieses kleine Konzert war wunderschön und wird mir lange im Gedächtnis bleiben. Denn wie im Blickpunkt schon bereits zu lesen war, schenkte ich Wallis an diesem Tag das Seidentuch, das ich für sie gemalt hatte. Dies war ein besonderer Moment, zusätzlich auch noch deshalb, weil zu dieser Stunde schon mein Geburtstag war. Und Menschen mit meinen Sachen zu beschenken, die sich darüber mehr als freuen, ist wiederum mein bestes Geschenk. Ein paar Tage später sahen wir Wallis dann wieder auf dem Folkfest in Duisburg. Die kostenlose Veranstaltung bot nicht nur vielseitige Musik, sondern auch Essen und Trinken in Hülle und Fülle. Vor Wallis spielte die Kölner Band "La Papa Verde", die uns rockige und lateinamerikanische Klänge bescherte. Wallis selbst war gut gelaunt und spornte das Publikum an, in Aktion zu treten. Sie schlug Rad auf der Bühne, probierte sich mal kurz auf dem Schlagzeug und staunte über unsere Seifenblasen, die wir an der passenden Textstelle auf die Bühne pusteten. Am Schluss des Konzertes trafen Wallis und ich uns nochmal am Merchandise-Stand und kamen auf das Tuch und andere Sachen zurück. Dieses Konzert war das letzte, das ich mit ihrer Freundin und Background-Sängerin Aoife erlebte. Sie ist seit Sommer diesen Jahres nicht mehr offizielles Bandmitglied.

Ende des Monats erhielt ich meine Prüfungsergebnisse und konnte aufatmen. Einige aus meiner Klasse mussten noch in diverse mündliche Prüfungen, schafften aber alle das Fachabi. Somit gab es dann Mitte Juni die offizielle Verabschiedung in der Schule. Ich musste einige Tränen sehen und mir wurde bewusst, dass hiermit eine besondere Zeit zu Ende ging. Für mich eine ungewöhnliche Zeit, da ich als Zweitälteste in der Klasse die Schule noch einmal anders erleben konnte als in der weiter zurückliegenden Schulzeit. Ich hoffe sehr, dass es in Zukunft noch viele schöne Klassentreffen gibt und die Kontakte nicht abreißen. Am Tag darauf ging es jedoch zur Insel Rügen. Der Urlaub an der Ostsee ergab sich relativ kurzfristig und diente vor allem der Ruhe vor den Pollen, die mich in diesem Monat ganz besonders quälten. Unser Domizil lag in der kleinen Hafenstadt Sassnitz, von wo aus wir große Teile der Insel erkundeten. Orte wie Bergen, Ralswiek, Gingst, Pansewitz und Puttbus wurden besucht, in den Bädern Binz, Sellin und Göhren genossen wir die See. Natürlich machten wir auch in Stralsund halt, in der wir viele Veränderungen festellten mussten. Zurück ging es über Lübeck wieder nach Hause. Der Abschied von der See und den schönen Hansestädten fiel mir wie immer schwer.

Der Juli brachte erstmal wieder etwas mehr Routine in meinen Alltag. Ich fand eine Arbeitsstelle, bei der ich seitdem neben meinem Studium ein bißchen Geld verdiene. Aber der Sommer hielt auch noch ein paar Konzerte bereit. Ich freute mich auf Alanis Morissette, die nun nach vier Jahren wieder nach Deutschland kam und am Kölner Tanzbrunnen das Publikum begeisterte. Die langen Haare flogen wieder durch die Luft, die E-Gitarren heizten den Zuhörern kräftig ein und Alanis Morisettes Mundharmonika stimmte vertraute Töne an. Relativ spontan fuhren wir im August dann nach Weinheim, wo wir mal wieder Wallis Bird, aber auch eine Band namens "Get well soon" live erleben konnten. Wallis war an diesem Abend voller Energie und ließ sich zweimal vom Publikum tragen, sogar mit Gitarre. Den Abschluss des Abends bildete ein gemeinsames Foto mit Wallis und einigen Fans, die wie wir oft bei den Konzerten dabei sind.

So ging dann auch ein überwiegend warmer und spannender Sommer zu Ende. Mitte September gingen bereits die Einführungswochen an meiner Fachhochschule los. So lernte ich die ersten Kommilitonen kennen. Ende September ging es dann zum nächsten Konzert. Im Kölner Stadtgarten spielte "Naked Raven", eine Band, von der ich erst zwei Wochen zuvor die ersten Songs gehört hatte und von der ich sofort Feuer und Flamme war. Natürlich sorgten Cello und Geige auf der Bühne für ein sehr klassisches Ambiente und da man saß und nicht stand, war das Ganze auch eher für ein ruhiges Publikum gedacht. Jedenfalls spielte die Band höchst professionell und freute sich sehr, wieder in Deutschland zu touren.

Der Studienbeginn ließ mir wenig Zeit, um Luft zu holen. Erst einmal mußte ich mich an die tägliche Fahrerei und die Zeiten gewöhnen, gleichzeitig alles mit meiner Arbeit kombinieren. Die ersten Hausarbeiten waren nicht einfach und die kommenden Wochenenden waren fast nur noch ausgefüllt mit Lesen und Tippen. Im Oktober nahm ich mir dann jedoch noch einmal Zeit für ein weiteres wunderschönes Konzert. Diesmal war es Heather Nova, eine meiner absoluten Lieblingskünstlerinnen, die im Kölner E-Werk auftrat. Ihre Stimme versprüht immer noch den gleichen Zauber; stark unterstützt wurde sie im Background von einem neuen Bassisten, einem altbekannten Schlagzeuger und der E-Gitarristin Berit Fridahl.

Eine Veranstaltung der ganz anderen Art stellte die RingCon dar, die dieses Jahr erstmals wieder in Bonn stattfand. Nachdem ich vor fünf Jahren die Herr der Ringe-Covention erstmals besucht hatte, musste ich feststellen, dass hieraus eine wahre Fantasy-Con geworden war. Es tummelten sich dort viele Piraten, Harry Potter, Elfen, Krieger und wunderschöne Drachen. In einem Musical der besonderen Art tauchten noch mehr der ungewöhnlichen Filmhelden auf: Catwoman, Indiana Jones, Die Hexe von Oz und Lord Voldemort höchstpersönlich. Die Krönung in diesem Stück war für mich eindeutig sein genialer "Moonwalk". Alles in allem immer noch eine gelungene Con!

Im November war dann zwischendrin noch einmal etwas Raum für Wallis Bird. Sie kam wieder nach Köln und nicht nur sie! Mehrere Fans aus anderen Landesteilen waren extra angereist sowie zwei mit uns befreundete Musiker, die Wallis nun zum ersten Mal live sahen. Das Konzert war sehr schön, wenn es auch diesmal ein kleiner Raum war.

Auch der Dezember brachte mir noch lange keine Ruhe. Nachdem einige der verrücktesten Wallis-Fans beschlossen hatten, für ein Konzert nach Irland, eher gesagt, Dublin zu fliegen, war ich auch nicht mehr zu halten. Vorher gab es natürlich noch ein paar wichtige Referate und Klausuren, die es zu bestehen galt. Und was man eben so alles in der Vorweihnachtszeit erledigen muss. Aber in der Woche vor Weihnachten flogen wir dann für je 30 Euro in die irische Hauptstadt. Einer der verrücktesten Tage meines Lebens. Von morgens an zogen wir durch die Stadt und stürmten in Supermärkte und Touristenläden. Mein Mitbringsel war ein großes rundes Ding namens Bodhran, eine sogenannte irische Rahmentrommel, wie ich sie schon lange haben wollte. Nun steht sie hier und wartet darauf, dass ich irgendwann lerne, wie man sie spielt. Das nächste Geschenk war eine Überraschung: Wir trafen Wallis in der Stadt, allesamt völlig überrascht und konnten so später auf dem Konzert an einem reservierten Tisch Platz nehmen. Das Konzert war ein akustisches Solo-Konzert mit Wallis und ihrer neuen Unterstützung namens Aidan. Hauptsächlich jedoch standen sie und ihre Gitarre im Mittelpunkt. Nach Ende des Konzerts waren wir plötzlich umgeben von einer Riesenmenge Iren, die fröhlich die Nacht begossen, inklusive Wallis und ihre Familie. Der Andrang um die Musikerin war so groß, dass es schwer wurde, mit ihr ein paar Worte zu wechseln. Ich schaffte es jedoch tatsächlich, ihr noch mein Weihnachtsgeschenk in die Hand zu drücken.

Zurück in Deutschland brauchte ich erstmal ein paar Tage, um den Ausflug zu verdauen. Gefallen hat mir Dublin allerdings sehr gut, was bedeuten soll, dass das nicht mein letzter Besuch dort war. Kurz vor Weihnachten wurde es eng mit den selbstgebastelten Geschenken. Die Feiertage selbst habe ich wie immer mit der Familie verbracht. Am zweiten Weihnachtstag beschlossen wir nach der üblichen Völlerei noch in der Bonner Mausefalle beim "Christmas Chill-Out" vorbeizuschauen. Hier spielte wieder mal die Band "Woodstuff", von der wir dann leider nur noch eine knappe Stunde etwas zu hören bekam, weil der Band schon um 23:00 Uhr überraschend mitgeteilt wurde, dass jetzt Schluss sei mit Live-Musik. Eine kleine "Zugabe" habe ich zumindest mir selbst gegeben: In der "Pause" von 22:30 bis 23:00 konnte ich Wallis' Song "The Circle" mal ganz anders erleben: Gespielt und gesungen von Gitarrist Lothar und ein wenig unterstützt von mir.

Das Jahr hat also genug krönende Abschlüsse erhalten und trotz allem Stress, den es mir immer wieder bereitet hat, war es ereignisreich und voller Überraschungen. Gerade in diesem Jahr habe ich viel Musik um die Ohren gehabt und viele gute Ideen. Neue Freundschaften und Kontakte haben sich ergeben, manch verlorener Kontakt ist wiederbelebt, und für das nächste Jahr hoffe ich sehr, dass ich allem und allen gerecht werden kann. Meine Homepage wird wohl weiterhin ein wenig leiden, so wenig Zeit ich doch momentan für die Umsetzung meiner Ideen habe. Trotz allem sage ich meiner Page herzlichen Glückwunsch zum fünfjährigen Bestehen! Hoffen wir, dass sie noch viele Jahre gut gefüllt existiert.

Bis demnächst,

Ilonka

Archiv:

28.04.04 - Meiden was man liebt
16.05.04 - Verkehrte Welt
02.07.04 - Konzertbericht Alanis Morissette Bonn 2004
18.07.04 - Mythos Sex and the City
25.08.04 - Zwei Wochen Leipziger Allerlei mit Studentenstrudel
28.11.04 - Drei Jahre in einem Tag
08.03.05 - Klare Verhältnisse bei Fast Food und Co.?
19.03.05 - Ostalgie im Supermarkt
25.04.05 - Abschied von Bonn
25.06.05 - Von einer Künstlerin die keine Konkurrenz hat...
21.12.05 - Mein persönlicher Jahresrückblick 2005
19.01.06 - Bürger für den Bahnhof
03.03.06 - Was Dir schmeichelt, ist für Andere der Tod
30.04.06 - Konzertbericht Cara Dillon Ritterhude
16.07.06 - Der Nachhall der WM 2006
08.06.07 - Rockopera, Lightshow und Tori Amos
30.12.08 - Der Jahresrückblick 2007
15.05.08 - Geschenke und Erinnerungen - Wallis Bird in Münster


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Zuletzt aktualisiert am 30.12.2008
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