Blickpunkt

 

Datum: 30.12.2007

Der Jahresrückblick 2007

2007 war bislang ein spannendes Jahr. Sonst würde ich wohl kaum darüber eine Kolumne schreiben. Nicht jedes Jahr hatte für mich so viele Facetten wie dieses Jahr und natürlich liegt das wie immer zum größten Teil an einem selbst. Viele meiner Leser und Freunde werden das Jahr anders erlebt haben, einige Erlebnisse werden uns vielleicht aber gemeinsam in Erinnerung bleiben. Ich blicke zurück und sehe Einiges, das hier noch einmal in Worte gefasst werden soll.

Begonnen hat das Jahr mit einem verhältnismäßig warmen Winter und einem Wetterereignis, das so Einiges durcheinander gebracht hat. Zum Zeitpunkt des legendären Orkantiefs "Kyrill" war ich gerade auf dem Weg zum Führerschein und genau zu dem Zeitpunkt des Höhepunktes des Sturmes, als der gesamte Bahnverkehr in Deutschland zum Erliegen kam, war diese Fahrstunde angesetzt. Mit einem ziemlich mulmigen Gefühl kroch ich somit ins Auto, fuhr auf der Landstraße über eine große Plane und wurde auf der Autobahn von einem Ast überrascht, der mir gegen die Windschutzscheibe knallte. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde mein Fahrlehrer dann doch etwas unruhig. Aber zum Glück ist nichts passiert. Alles war noch dran und der Sturm ließ mich noch sicher nach Hause kommen. Ein oder zwei Wochen später machte ich endlich meine praktische Fahrprüfung und bestand mit wenigen Kritikpunkten. Ab diesem Zeitpunkt fiel eine große Last von mir, denn ich hatte mehr Freizeit und konnte mich somit stärker auf die Schule konzentrieren.

Das Lichtmess- oder auch Imbolc-Fest, wie die alten Kelten es nannten, habe ich diesmal zusammen mit zwei meiner Freundinnen verbracht. Wir kannten uns erst ein halbes Jahr und da wir drei die gleiche oder eine ähnliche spirituelle Richtung verfolgten, schlossen wir uns für zukünftige Jahreskreisfeste zusammen. Das war anfangs eine sehr ergiebige Sache. Was jedoch mit der Zeit daraus wurde, war leider nicht das, was daraus hätte wachsen sollen. Lichtmess bildete als erneuerndes Initiations- und Feuerfest jedenfalls den Anfang.

Die Karnevalstage verbrachte ich in Hamburg, bei einer lieben Bekannten. Das erste Mal, dass ich nicht nur durch Hamburg durchfuhr, sondern auch einmal die Stadt bewundern konnte. Der Michel, der alte Elbtunnel und das große Hafengebiet mit seinen vielen Schiffen beeindruckten mich sehr. Am Rosenmontag besuchten wir zudem auch noch das überfüllte Miniaturwunderland, in dem wir ungeplante fünf Stunden verbrachten! Natürlich hat mich Skandinavien mit seinen schneebedeckten Bergen, Fjorden und fahrenden Schiffen beeindruckt. Danach ging es zurück in die Heimat.

Die Zeit zwischen Karneval und Mitte März war eine schwere Zeit, in der ich so Einiges an neuen Erfahrungen mitnahm. Was ich über mich selbst und andere lernte, führte in dieser Zeit dazu, meine Praktikumseinrichtung zu wechseln. In dem neuen Kindergarten lernte ich viele wertvolle Menschen kennen. Und fiel es mir auch schwer, mich von meinen "gewohnten" Kindern zu trennen, so dass ich mich an die großen, in vollständigen Sätzen sprechenden Kinder erst einmal gewöhnen mußte. Ich lernte den ganz normalen Ablauf eines städtischen Kindergartens kennen, in dem man viele Möglichkeiten und Raum und auch Zeit hat, sich mit den Kindern sinnvoll zu beschäftigen. Diese Zeit bildete einen wunderschönen Abschluss meines Praktikums und des Schuljahres.

Natürlich habe ich mit meinen Freundinnen den Frühling gefeiert. Ostara verbrachten wir an der Sieg und den ersten Mai genossen wir bei einem Picknick auf einer Waldlichtung. Auch wenn die Jahreszeiten so arg durcheinander gekommen waren, hielten wir an diesen wichtigen Feiern fest. Nach dem vielen Lernen für die letzten Klausuren der Klasse 11 hatte ich im Sommer drei Wochen Ferien und verabschiedete die Schulkinder aus meiner Gruppe mit den Worten, dass ich genau wie sie zum Schuljahresbeginn wieder in die Schule ging. Das ist natürlich ein komisches Gefühl, aber angesichts meiner Zielsetzung der normale Weg.

Das Sonnenwendritual am 22. Juni fand diesmal im Siebengebirge statt. Und das bei einem sehr durchwachsenem Wetter, dass wir aber unbeschadet überstanden haben. Wir rasteten zunächst in oder unter der Heisterbacher Chorruine, wo wir außerdem einigermaßen Schutz vor dem Regen hatten. Von dort aus fuhren wir weiter bis nach Thomasberg auf den sogenannten Stenzelberg, wo steile Felsen in den Himmel ragen. Dort ließen wir uns an einer geschützten Stelle nieder und feierten bis in die Nacht ein sehr naturnahes Ritual.

Anfang Juni, ich hätte es fast vergessen, waren außerdem noch zwei wichtige Konzerte angesagt. Tori Amos in Düsseldorf machte den Anfang. Wir konnten sie in de Phillipshalle im zweiten Block genießen. Ihr Auftritt war zunächst sehr ungewohnt, aber dennoch faszinierend. Das Publikum war sehr mitgerissen und wie immer konnte man am Schluss die Stühle verlassen und nach vorne zur Bühne gehen, um die Zugabe zu hören. Ungefähr eine Woche später stand dann mal wieder Wallis Bird in meinem Terminkalender. Nachdem ich sie im Oktober 2006 das erste Mal live in Mainz erleben durfte, kam sie nun ins Rheinland. Wir waren sehr gespannt auf ihren Auftritt und am Ende wieder vollstens zufrieden von ihrer Leistung, ihrem Wesen und ihrem Kontakt zu den Fans. Denn nach dem Konzert gab es Gelegenheit, mit Wallis zu sprechen und sich Autogramme abzuholen. Somit zog ich ganz mutig mein selbstgemachtes und inzwischen bekanntes Fan-T-Shirt aus der Tasche und legte es vor ihre Augen. Die Reaktion war sehr positiv und sie staunte sehr über meine Arbeit. Ich staunte über mich selbst und wie immer in solchen Momenten fällt mir kein vernünftiges, englisches Wort ein. Sie unterschrieb mein T-Shirt und setzte einen kleinen Smiley darauf. Ich zog stolz von dannen und hatte natürlich für Tage Gesprächsstoff ;-)

Das Konzert mit seinen Ereignissen heftete sich in mir fest und so begann ich in den Sommerferien, besser gesagt im Juli mit einer neuen Arbeit: Ein zweites Wallis-Shirt mit Applikationen und ohne lange Ärmel ist entstanden. Es wurde pünktlich fertig zu unserem Ausflug nach Worms, wo wir am Schloß Herrnsheim Wallis mit Vorspieler Fiach, einem gutaussehenden irischen Singer and Songwriter hören und sehen durften. Zwischendurch gab es aber noch ein grandioses, mehrstündiges Konzert unserer befreundeten Band Woodstuff in Rheinbach. Die Band, die Klassiker von den 60ern bis zu den 90ern spielt, musste mehrere Zugaben geben, bis der Veranstalter dann endgültig wegen der vorgeschriebenen Nachtruhe dem ganzen ein Ende setzte. An diesem Abend bekam ich übrigens meine erste Gitarre, besser gesagt zwei, da ich zwischen den beiden wählen konnte. Ich habe zwar immer noch keine großen Sprünge gemacht, aber so langsam gewöhne ich mich an die Stahlseiten. Dank an Lothar!

Wallis gab ein grandioses Konzert in Worms, das von ihren Fans aus dem "Süden", zwei kleinen Mädels, die auf die Bühne kommen durften und einem tosenden Rest-Publikum geprägt wurde. In dieser Nacht waren wir ca. gegen 4 Uhr morgens im Bett. Nach einem kurzen Erholungssonntag folgte dann der Ernst des Lebens. Der erste Schultag in Klasse 12. Anfangs war es noch etwas ungewohnt, wieder jeden Tag zur Schule zu gehen, aber ich gewöhnte mich schnell daran. Dann kam Ende September die geplante Klassenfahrt auf mich zu. Diese fünf Tage waren voller Eindrücke, wenig Schlaf und natürlich auch Konflikte, die es zu lösen galt. Rom hat mich mit seinen Bauten beeindruckt. Seine Schnellebigkeit und das schlechte Essen, von dem ich mehr erwartet hätte, hinterließen jedoch schnell Minuspunkte. Natürlich ist das Stadtbild mit seinen römischen Zeugnissen, barocken Prachtbauten und dem quirligen Treiben auf den Straßen ansich spannend. Aber in fünf Tagen ist ein Genießen dieser optischen Highlights nicht möglich. Da ist Fotografieren, Gehen und Lesen und Schauen im Schnelldurchlauf angesagt. Bei einer so großen Truppe ist man ohnehin bemüht, den Anschluss nicht zu verlieren, was mir ehrlich gesagt, zweimal gelungen ist. Der Rückflug von dem sonnigen Italien ins graue, verregnete Deutschland war dann trotzdem erleichternd. Nicht, dass mir der Sonnenschein nicht gefallen hätte, aber zu Hause ist eben zu Hause.

Der richtige Urlaub kam für mich dann ohnehin erst in den Herbstferien. Eine Ostsee-Tour war angesagt und los ging es in dem Badeort Scharbeutz, der an den Ostseeküste Schleswig-Holsteins liegt. Von da aus erfolgte ein Abstecher in den naheliegenden Ort Grömitz, an dem wir einen sonnigen Tag verbrachten. Der nächste Tag brachte Nebel und Kälte, die uns in Travemünde erwartete. Hier konnten wir den großen Fähren auf ihrem Weg nach Skandinavien bestaunen (diesmal echt ;-) ) und allerhand kleine Läden besuchen. Von da aus ging es mit einem kurzen Abstecher zu Villeroy & Boch weiter in die Hansestadt Lübeck, die für ihr Holstentor und das gute Niederegger-Marzipan bekannt ist. Die wunderschöne kleine Hansestadt hat Einiges zu bieten und auch die Jugendherberge ist gut vom Stadtkern zu erreichen. Bei sonnigem Wetter konnten wir die Stadt erkunden. Die Trave, das Heilig-Geist-Hopital, das Rathaus, der Dom und natürlich das Niederegger-Cafe mit seinen Marzipan-Verlockungen waren unsere Ziele. Zudem konnten wir gegen Abend wunderschöne alte Segelschiffe im Museumshafen bewundern. Am nächsten Tag schauten wir uns das Buddenbrookhaus an. Dann war unsere kurze Zeit in Lübeck um, und bei Regenwetter machten wir Halt in der alten niedlichen Hansestadt Wismar. Die alten Kirchen, Fachwerkhäuschen und Gassen, in denen man das Alter der Stadt bald riechen konnte, machten das Sauwetter fast unbedeutend. Am selben Tag noch fuhren wir weiter in die nächste Hansestadt: Rostock. Hier fand die erste Übernachtung auf einem Schiff statt: Dem Jugendgästeschiff "Georg Büchner", das im Hafen Rostocks so befestigt ist, dass es nicht einfach davontreiben kann. Zwei Tage in Rostock waren leider von schlechtem Wetter geprägt und so verbrachten wir viel Zeit in Museen, Cafes und Sehenswürdigkeiten wie dem "Kröpliner Tor". Um Abschied von meiner geliebten Ostsee zu nehmen, machten wir am Abreisetag einen Abstecher ins nahegelegene Warnemünde. Die Sonne ließ sich auch an diesem Tag nicht mehr blicken, aber der Wind sorgte für ein wenig Wellengang. So erkundeten wir zwei Leuchttürme, beobachteten die Möwen und ließen uns die kühle Seeluft um die Ohren wehen. Dann ging es mit den Taschen voller Strandgut ab nach Hause.

Die Herbstferien gingen dann auch bald - wohlweislich noch mit Arbeit gefüllt - dem Ende entgegen. Der goldene Oktober ließ mir Raum und Zeit für einige kleine Wanderungen in die Umgebung, dann wurde es langsam ernst. Der durchschnittlich graue November war bereits mit einigen Terminen ausgefüllt. Am Martinstag konnte ich endlich meine Freundin wiedersehen, die mich an diesem historischen Tag besuchen kam. Es war ein ausgefülltes Wochenende mit vielen Gesprächen, Cafebesuchen und einer kleinen Köln-, bzw. Domführung. Der darauffolgende Samstag war mit dem Streichen des Computerraumes in meiner Schule ausgefüllt. Eine anfangs etwas komisch anmutende Farbe verwandelte den kühlen Raum voller Bildschirme und Computer in ein warmes Flair ;-).

Am 26. November gab es wieder ein freudiges Ereignis: Wallis Bird kam nochmal nach Köln! Mit einigen netten Fans direkt vor der Bühne konnten wir das Konzert im Kölner Club "Underground" in vollstem Umfang genießen. Die "Fotografen" um mich herum fotografierten um die Wette und den einen oder anderen Film habe ich dann auch gedreht. Wallis war in sehr guter Stimmung und redete auch diesmal wieder viel mit dem Publikum, das bei allem mitlachte und mitsang. Der neue Song "Your Morning Dream" war dann sicherlich auch der Schönste des Abends. Das war aber noch nicht alles. Nachdem der harte Kern der Fans nach dem Konzert in der angrenzenden Kneipe auf ein mögliches Erscheinen der Künstlerin wartete, konnten wir nach einer Stunde hartnäckigem Warten ein exklusives "Meet & Greet" auf dem kalten Vorplatz des Undergrounds erleben. Wir vier waren nach draußen gegangen und nachdem wir mit einigen Mitgliedern der Crew gesprochen hatten, kam zuerst Aoife, Wallis Freundin und Sängerin zu uns heraus, danach brachte sie dann Wallis mit. Sie hatte sich beim Spielen verletzt und musste zunächst versorgt werden. Um so mehr war ich dankbar für dieses Gespräch. Man spendierte uns Bier und wir bewunderten noch einmal Aiofes Geburtstagsgeschenk, das ihr von einem Fan in unserer Runde geschenkt wurde. Dann kam die Rede auf mein zweites T-Shirt, das ich im Sommer gemacht hatte. So hatte ich noch Gelegenheit, ihr das Shirt mit seinen Einzelheiten zu zeigen. Nicht, dass jemand bei dem Bild etwas Falsches denkt! Das Warten hatte sich doppelt gelohnt, auch wenn ich danach sehr müde und etwas unterkühlt war.

Zurück aus diesem Erlebnis ging es weiter mit Referaten, Klausuren ohne Ende und sonstigen Arbeiten, die die Schule uns so erteilte. Dennoch habe ich - trotz aller Erschöpfung am Ende - den Dezember ganz gut genutzt und versucht, auch meine Freunde nicht zu sehr zu vernachlässigen. Mit Beginn der Ferien konnte ich noch letzte Besorgungen für das Jul/Weihnachtsfest machen und feierte am 21. Dezember (pünktlich) mit meiner Freundin das Fest der Wintersonnenwende. Nachdem wir die Herbstrituale noch zu dritt gefeiert hatten, waren wir seit Samhain zu zweit und konnten uns auf unsere Anliegen voll konzentrieren. Vor allem Wünsche für Andere, aber auch für uns standen auf dem Programm. Das Weihnachtsfest war wie immer ein Familienfest und war voller guter Dinge. Jetzt heißt es: Die Rauhnächte überstehen und an Sylvester wieder die alten Lärmbräuche aus sicherer Entfernung genießen. Am 31.12.2007 wird Bonnensia vier Jahre alt!

Ich wünsche allen meinen Lesern und Freunden einen guten Start ins neue Jahr und alle guten Wünsche für 2008!

Bis demnächst,

Ilonka


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Zuletzt aktualisiert am 30.12.2007
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