Blickpunkt

 

Datum: 08.02.2005

Klare Verhältnisse bei Fast Food und Co.?

Entgegen den bisherigen Meinungen, Fast Food, speziell Hamburger und Co. seien ungesund, wurden wir vor ein paar Wochen angeblich eines besseren belehrt: Die Stiftung Warentest nahm sich 19 Burger aus dem Supermarkt und Fast-Food-Ketten vor und plötzlich hieß die einseitige Schlagzeile in den Medien: "Burger sind gesund!". Eine etwas überschätzte und zudem unrealistische Aussage, da dieser Test doch hauptsächlich auf Fett und Eiweißmengen beruhte. Dabei siegte natürlich der kleinste Burger - der Cheeseburger von Mc Donalds - wegen der 284 Kalorien.

Mc Donalds hat in diesem Vergleich deutlich besser abgeschnitten. Wer dabei genau hingeschaut hat, dem wird nicht entgangen sein, dass das Konkurrenzunternehmen Burger King dadurch schlechter abgeschnitten hat, weil die Testobjekte wie etwa der "Burger King Chicken Supreme" wesentlich größer sind (alllerdings auch mehr Salat und Co. enthalten) und dadurch eine höhere Fettmenge und Kalorienanzahl aufweisen. Ein etwas unfairer Vergleich also. Zudem scheint man etwas Wichtiges vergessen zu haben: Was bietet mir ein Burger außer einer geringen Kalorienzahl? Was ist mit Vitaminen oder anderen Vitalstoffen? Mal ganz ehrlich: Zwei Weißbrothälften, ein paar wenige Blätter Salat und Gurken, sowie diverse Soßen, die für unbestimmte Zeit zusammen mit dem Fleischbrät auf der Wärmeplatte liegen, können nun mal keine ausreichenden Nährwerte aufweisen.

Zudem wird damit geworben, die fettigen Pommes gegen Salat einzutauschen (dessen Sauce meistens zuckerhaltig ist), was ansich ja keine schlechte Idee ist und sich Orangensaft oder Schorle dazu zu bestellen. Zugegeben, das Angebot der Fast-Food-Ketten hat sich etwas verbessert. Trotz der etwas gesünderen Neuerungen ist immer noch Vorsicht geboten.

Die Verbraucherschützer von "Foodwatch" machen dies mit Kampagnen wie der "Burgerbewegung" deutlich. Schon einmal sind sie Mc Donalds aufs Dach gestiegen. Sie fanden heraus, dass die Brötchen für die Burger nicht etwa nur mit "Wasser, Salz, Ölen und Zucker" gebacken seien, sondern dass der Teig auch Emulgatoren alà E471, E472 und E481 enthält. Ein Rückschlag für die Restaurantkette.
Mit fünf Angestellten und dem Geld politischer Stiftungen baute der Greenpeace-Chef Thilo Bode die Firma auf. Doch anders als die Verbraucherzentralen bekommt Foodwatch kein Geld vom Staat.

Die "Burgerbewegung" plädiert seit dem Frühjahr 2004 für Hamburger und Fritten ohne gentechnisch veränderte Zusätze. Mc Donalds versucht seitdem, diese Thesen aus der Welt zu schaffen, kommt aber bereits bei den vorgefertigten Erklärungs-Schreiben nicht ganz ehrlich rüber. Die Deutschlandzentrale des Unternehmens gibt zu, dass keine sichere Kontrolle seiner Lieferanten auf gentechnisch verändertes Futter bei der Viehhaltung stattfindet. Zudem bleibt immer noch die Frage, wie das krebserregende Acrylamid aus Produkten wie Chips, Fritten und Bratkartoffeln vermieden werden kann. Doch das ist noch eine andere Geschichte

Für die Zukunft wäre mehr Transparenz und Information in punkto "Essen" angebracht. Ganz egal, ob es sich dabei um einen Burger aus dem Restaurant handelt, oder um unseren Einkauf aus dem Supermarkt. Lebensmittelhersteller und Restaurantketten sowie die landwirtschaftlichen Institutionen müssen dabei enger zusammenarbeiten und die Verbraucher über die "wahren" Werte unserer Nahrung aufklären.

Diese Kolumne beruht auf neutralen Quellen der "ver.di publik" sowie den Homepages der Burgerbewegung, der Firma Foodwatch. Ich übernehme keine Verantwortung für Kritik an den genannten Unternehmen und hoffe, dass dieser kleine Bericht Information und eigene Meinung "verdaulich" darstellt;-)

Bis demnächst,

Ilonka

 


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Zuletzt aktualisiert am 08.02.2004
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