Blickpunkt

 

Datum: 02.07.2004

Thema: Knappe 80 Minuten Glamour-Rock auf dem Gelände der Ausstellungshalle - Alanis Morissette am 01.07.2004 in Bonn

Ach, endlich gibt es mal wieder ein Thema für den Blickpunkt! Nach so langer Pause, für die ich mich endschuldigen möchte, gibt es endlich mal wieder was Aktuelles zu lesen. Und diesmal dreht sich nochmal alles um Alanis Morissette, der ich schon kürzlich einen Bericht gewidmet habe.

Mein zweites Konzert fiel diesmal wesentlich bunter und intensiver aus, als das Erste. Letztes Jahr, am Kölner Tanzbrunnen, konnte ich Alanis nur aus der Ferne beobachten, dafür gab sie aber auch ein längeres Gastspiel als gestern in Bonn. Alanis, die mit vier Deutschlandterminen ihr neues Album "So called Chaos" vorstellt, spielte gestern auf dem Gelände der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn im Rahmen der Reihe "Open Air auf dem Museumsplatz".

Bereits um 16.00 Uhr trafen wir vor der Ausstellungshalle an der Heussallee ein. Dort traf ich dann das erste Mal die Mitglieder des AlanisWorld-Forums, in dem ich ab und an auch etwas schreibe. Sie waren aus verschiedenen Städten gekommen und hatten manche Kilometer zurückgelegt, um rechtzeitig beim Einlaß um 18.00 Uhr vor die Bühne zu gelangen. Nach der Begrüßung kamen nach und nach die letzten Alanis-Fans auf dem Museumsplatz an.

Der Andrang war groß, das Konzert aber noch nicht ausverkauft. So mancher kaufte sich noch eine Karte an der Abendkasse und der Platz vor der Bühne füllte sich ab 18.00 Uhr langsam. Doch nicht nur deutsche Fans waren vorhanden, auch eine Truppe von Holländern, die weiter vor uns einen Platz ergattert hatten, waren extra für Alanis angereist.

Um ca. 19.30, nach 1 1/2 Stunden Wartezeit war dann erstmal die Vorband an der Reihe. Die Jungs von "Virgina jetzt" stimmten das Konzert mit Deutschrock an. Von den Texten habe ich allerdings schon da nicht viel verstanden, denn der Gesang ging in der unausgeglichenen Mischung der Instrumente unter. Zwei Gitarristen, ein Schlagzeuger und ein Bassist ließen die Menge zunächst nicht ganz erwärmen. Das änderte sich ein wenig, als die Band begann, mehr auf das Publikum einzugehen. Das Spiel der Vorband war dann wieder nach einer knappen halben Stunde beendet.

Nach dem Auftritt der Vorband gab es wieder eine Wartezeit zu überbrücken. Erst gegen 20.40 Uhr kam Alanis nach Klatschen und Rufen des Publikums auf die Bühne. In einem orangefarbenem Top und Straßbändern, die ihr um den Hals sprangen (deshalb in der Überschrift zu lesen: Glamour-Rock), dazu in einer weiten, schwarzen Hose kam sie auf die Bühne, nahm ihre Gitarre und begann den Auftritt mit "Eight Easy Steps", ein Song aus "So called Chaos". Trotz des verspäteten Auftritts war die Stimmung großartig. Da ich innerhalb der ersten Reihen stand, hatte ich eine relativ gute Sicht (für meine Größe) auf Alanis und ihren Keyboarder. Bereits kurz vor ihrem Auftritt tauchten plötzlich drei 14-jährige Mädchen hinter mir auf, die versuchten, in die vorderen Reihen zu gelangen. Da sie wegen ihrer Größe nun mal kaum etwas sehen konnten, versuchten sie auf nette Weise, weiter nach vorne zu kommen. Doch leider wurde dieser Versuch von größeren Fans boykottiert, da diese auf ihren derzeitgen Platz bestanden.

So reihten sich die Mädels zwischen mir und den "Großen" ein. Die Sicht war natürlich nicht die Beste, dennoch sangen die Drei kräftig mit. Zwischendurch fragte ich sie dann, woher sie denn kämen und ob sie öfter singen würden. Sie stammten aus Dortmund und die Eltern hatten sie extra nach Bonn gefahren. Außerdem sangen sie schon mehrere Jahre im Chor. Noch mehr verblüfft hat mich dann, dass die drei alle Texte auswendig konnten. Selbst mir gelang es nicht, sich an alle, vor allem an die älteren Songs zu erinnern.

Alanis Morissette, Bonn 2004Alanis bot diesmal nicht nur neue Songs aus ihrem Repertoire. Sie spielte eher Songs aus ihrem älterem Album "Supposed former infatuation junkie", was vor allem die langjährigen Alanis-Fans sehr freute. Darunter waren Lieder wie "The Couch", "Front Row" und "Are you still mad". Aber auch "Ironic", "Head over Feet" und "Hand in my Pocket" aus ihrem ersten Album sorgten für Begeisterung. Das Publikum war oft deutlich lauter zu hören als Alanis selbst. Aus den neueren Alben spielte sie Titel wie "Hands Clean", "Everything" und "Excuses".

Eher nachteilig war im Allgemeinen der Sound. Die Stimme war nur sehr wenig zu hören, meistens dominierte das Schlagzeug die Musik, ein Nachteil, den ich auch hatte, weil ich vorne stand. Die Härte des Schlagzeuges übertünchte erst die Stimme und dann den Mischmasch von Gitarre und Bass, was sich vor allem in härteren Songs zeigte. Zudem redete Alanis fast gar nicht mit dem Publikum. Einen Kontakt zum Publikum gab es nur über ihre Musik und ihre Gestik. Nach einigen Zugaben war dann mit der einsetzenden Nachtruhe um 22.00 Uhr Schluß. Durch die Verspätung gab es also eine Zugabe weniger als geplant. Interessant ist auch, dass Alanis die gleiche Setlist wie bereits am Abend zuvor in Stuttgart spielte.

Trotz allem war die Stimmung wirklich großartig und nach der vielen Musik ließen es sich viele nicht nehmen, den Rest des EM-Spiels Griechenland:Tschechien auf der Leinwänden neben der Bühne zu verfolgen. Nach Ende des Spiels und dem Sieg der Griechen war dann Zapfenstreich auf dem Museumsgelände. Eine "Verlängerung" war nicht drin. Und so ging jeder seines Weges, zurück in die Stadt, aus der er gekommen war....;-)

Vielen Dank an die Leute von AlanisWorld, mit denen ich dieses Jahr das Bonner Konzert besucht habe und noch einmal schöne Grüße an die drei Mädels aus Dortmund...

Bis demnächst,

Ilonka


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Zuletzt aktualisiert am 02.07.2004
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